DINGE, DIE NICHTS MITEINANDER ZU TUN HABEN. Z.B. SIERRE, ESCHEDE, MÜHLEBERG
| Von ULRICO @ 12:30 | [ Default ] |
Das hast du bestimmt schon erlebt: Du fährst mit deinem Vehikel friedlich über Land; weitab vom Weltgeschehen und kommst an eine Kreuzung, wo bestimmt seit einer Stunde kein Fahrzeug mehr vorbeigefahren ist. Und genau in diesem Moment ist er da, der Andere, mit dem du zusammengekracht wärst, wenn du nicht aufgepasst hättest! Die statistische Wahrscheinlichkeit für dieses Zusammentreffen wäre vielleicht 1:1000 und du könntest sie noch verringern: Wenn du jedesmal mit Vollgas über die Kreuzung brausen würdest - etwa so mit 150 kmh - würde die Verweildauer daselbst nur Sekundenbruchteile betragen und die Wahrscheinlichkeit eines Zusammenstosses wäre praktisch Null...
Das hilft dir aber gar nichts, wenn's kracht, und Ulrico, der sich ansonsten als rational denkenden Menschen einstuft, kommt allmählich zur Überzeugung, dass bei Unglücksfällen und Katastrophen zuweilen der Teufel Regie führt!
Also, da fährt ein Autobus, oder ein Car, wie man in der Schweiz sagt, durch einen 2500m langen Tunnel. Die Wahrscheinlichkeit, dass er auf dieser Fahrt die Bordsteine berührt und ins Schleudern gerät ist äusserst klein, aber nicht Null - ein Restrisiko besteht immer - und er würde dann die Tunnelwand streifen. Es gäbe wohl ein paar Verletzte und ziemlich grossen Sachschaden. Dass dieses äusserst unwahrscheinliche Vorkommnis genau dort passiert, wo sich dem Fahrzeug "dank" einer "Rettungsnische" (die Ironie ist teuflisch!) eine rechtwinklige Wand entgegen stellt, ist, statistisch gesehen, praktisch unmöglich. Aber das Unmögliche ist passiert und 28 Menschen sind tot und Hunderte sind todunglücklich!
Erinnert ihr euch an Eschede? Da brachte ein abgerissener Radreifen einen Hochgeschwindigkeitszug - Stolz deutscher Ingenieurkunst - zum Entgleisen. Wäre dieses höchst unwahrscheinliche Ereignis irgendwo auf der Strecke passiert, wäre das auch keine harmlose Geschichte gewesen. Viele Verletzte hätte es gegeben und vermutlich auch Todesopfer. Aber es passierte nicht irgendwo auf der Strecke von wohl hunderten von Kilometern, sondern genau vor einer Überführung, an deren Pfeiler die vom Triebkopf abgerissene Komposition zerschellte und zusammengestaucht wurde. Eine Katastrophe unvorstellbaren Ausmasses, mit einer in dieser Konstellation unvorstellbar kleinen Eintretenswahrscheinlichkeit. Das hat den über hundert Toten und den unzähligen Verletzten nichts genützt!
Der bleiche Mann von TEPCO hat vor laufenden Kameras erklärt, ein Tzunami dieses Ausmasses sei doch total unvorstellbar gewesen!
Ja wollt ihr denn abwarten, bis uns ein bleicher Urs Gasche vor laufenden Kameras erklären muss, man habe sich doch wirklich nicht vorstellen können, dass...?
Wollen Sie das Risiko weiter tragen, Herr Gasche? Oder glauben Sie wirklich immer noch aufrichtig und fest daran, dass "es" nicht passieren kann?
Stellt Mühleberg ab!
Jetzt.


